Casino Steuern in der Schweiz – eine Erklärung

Es ist eine der Fragen, die für viele erst dann auftaucht, wenn Sie einen größeren Gewinn gemacht haben. Für andere ist es aber auch der Grund, warum Sie vor dem Online-Glückspiel zurückschrecken. Die Frage der Casino Steuern.

Hier steuerfrei in der Schweiz gewinnen:

Casino Steuern für Schweizer Spieler

Glücksspiel in Online-Casinos und damit auch Steuern auf Casino-Gewinne in der Schweiz sind eigentlich verboten. Damit handelt es sich auch hinsichtlich der Casino Steuern um ein sehr heikles und viel diskutiertes Thema, zumal die Besteuerung in den einzelnen Kantonen unterschiedlich geregelt ist.

Rechtliche Grundlagen für Casino Spiele und Casino Steuern in der Schweiz

Zunächst einmal dürfen Glücksspiele in der Schweiz nach der aktuellen Rechtslage nur von in der Schweiz konzessionierten Spielbanken angeboten werden. Maßgeblich hierfür ist das Bundesgesetz für Glücksspiele und Spielbanken (SBG). Casino-Spiele dürfen nach dem Art. 5 SGB derzeit nur in zugelassenen physischen Spielbanken offeriert werden. Für Online-Glücksspiele gibt es bislang keine Konzessionen. Die Ausweitung der Konzessionen auf Online-Spielangebote für die zugelassenen Schweizer Casinos wird zur Zeit diskutiert, ist jedoch noch nicht umgesetzt. Dies hat auch weitreichende Auswirkungen auf Casino Steuern für Schweizer Spieler.

Casino Steuern in der Schweiz – Besteuerung der zugelassenen Casinos

Hinsichtlich der Casino-Steuern in der Schweiz sind die zugelassenen Schweizer Casinos verpflichtet, eine Spielbankenabgabe zu leisten und müssen zudem Unternehmensgewinnsteuern abführen. Die Spielbankenabgabe beträgt zwischen 40 und 80 % der Spieleinsätze, abzüglich der ausbezahlten Gewinne.

Je nach Art des Casinos und dem Kanton, in welchem das Casino seinen Sitz hat, fließt die Abgabe entweder vollständig an die AHV oder zu einem Teil jeweils an die AHV und Kanton.

Die Höhe der Spielbankenabgabe betrug in den vorangegangenen Jahren etwa 320 bis 400 Millionen Schweizer Franken jährlich, in den letzten zehn Jahren zusammen genommen etwa 5,4 Milliarden Schweizer Franken. Außerdem müssen die Casinos von ihrem Gewinn, der nach Abzug aller Ausgaben, wie Betriebs- und Personalkosten übrig bleibt, Gewinnsteuern abführen.

Casino Steuern für Schweizer Spieler bei Gewinnen in zugelassenen Casinos

Die Besteuerung der Gewinne der Spieler in den zugelassenen Casinos in der Schweiz ist nicht einheitlich geregelt und richtet sich danach, in welchem Kanton der Spieler spielt. Im Kanton Zürich müssen auf Casino-Gewinne Steuern entrichtet werden. Im Kanton Aargau werden die Gewinne dagegen nicht besteuert, was viele für gerechter halten, da die Casinos bereits die Spielbankenabgabe leisten, die sich aus den Einsätzen der Spieler speist.

Allerdings gilt für die Gewinne, sollten sie überhaupt versteuert werden müssen, seit dem Jahr 2013 eine Freigrenze bis zu 1.000 Schweizer Franken. Bis zu diesem Betrag gehen die Finanzbehörden von einem nur gelegentlichem Spiel aus. Gewinne darüber hinaus, gelten als professionelles Spiel und unterliegen daher der Einkommenssteuer.

Besteuerung von Sportwetten und Pokerspielen

Das Glücksspielverbot gilt in der Schweiz auch für Online-Sportwetten und für Pokerspiele, selbst wenn es sich um eine Turnierveranstaltung handelt.

Obwohl in der Vergangenheit einige Gerichte entschieden hatten, dass es sich bei Sportwetten und Poker nicht um ein reines Glücksspiel sondern eher um ein Geschicklichkeitspiel handelt, hat das Bundesgericht bereits im Jahr 2010 klargestellt, dass auch Wetten und Poker dem Verbot des Spielbankengesetzes unterliegen.

Im Normalfall hat ein Spieler aus der Schweiz jedoch, wie bei den klassischen Casino-Spielen nichts zu befürchten, wenn er seine Sportwetten in einem ausländischen Online-Casino platziert oder an einem Pokerturnier teilnimmt. Bei kleinen Gewinnen wird auch nicht unbedingt erwartet, dass diese bei der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Bei größeren und regelmäßigen Gewinnen kann jedoch unterstellt werden, dass die Gewinne zum Bestreiten des Lebensunterhaltes dienen. Allerdings dürfte es auch hier darauf ankommen, in welchem Kanton der Wettfreund oder Pokerspieler seinen Sitz hat.

Casino Steuern für Schweizer Spieler in Online Casinos

Der Betrieb von Online-Glücksspielen ist in der Schweiz nach dem Spielbankengesetz verboten. Das gilt ohne Einschränkung auch für ausländische Online-Casinos, selbst wenn diese eine in der Europäischen Union erworbene gültigen Lizenz besitzen.

Diese dürfen beispielsweise nicht in der Schweiz für ihr Angebot werben. Ein werbender Link oder ein Bonusangebot auf einer Schweizer Webseite für ein nicht in der Schweiz zugelassenes Casino ist nicht gestattet und kann mit sehr hohen Strafen, im Einzelfall bis zu 500.000 Schweizer Franken, belegt werden. Dennoch spielen die Schweizer zunehmend in Online-Casinos, vor allem in Casinos, die in der Europäischen Union ihren Sitz haben.

Der jährliche Umsatz wird auf bis zu 200 Millionen Schweizer Franken geschätzt. Die Schweizer Behörden lassen dies bislang ohne Konsequenzen durchgehen. Schweizer, die in Online Casinos mit Sitz im Ausland spielen, haben keine strafrechtliche Verfolgung zu befürchten. Die ausländischen Online-Casinos zahlen in der Schweiz auch keine Spielbankenabgabe.

Casino Steuern in der Schweiz für Gewinne im Online Casino

Wenn Spieler aus der Schweiz im Online-Casino spielen, tun sie das nicht auf Basis des Schweizer Spielbankengesetzes, was jedoch bislang jedoch geduldet wird. Die Frage der Steuerpflicht von Gewinnen ist davon jedoch unabhängig. Einige Schweizer Kantone erheben Steuern, andere Kantone erheben keine. In Zürich werden ausländische Online-Casino Gewinne mit pauschal 35 % versteuert. Aber auch hier gilt ein Freibetrag von 1.000 Schweizer Franken.

In Aargau werden die Gewinner dagegen von Steuern verschont. Das Problem dabei ist, dass die Finanzbehörden kaum Möglichkeiten haben zu überprüfen, ob eine Gutschrift auf dem Bankkonto eines Spielers von einem Online-Casino stammt.

Wer ehrlich ist, gibt seine Gewinne bei der Steuererklärung an, wer seine Gewinne nicht angibt, hat kaum etwas zu befürchten, solange es sich um kleinere Gewinne handelt. Bei größeren Gewinngutschriften die auf das Bankkonto ausgezahlt werden, kann es natürlich Probleme geben, da unter Umständen später nachgewiesen werden muss, woher das Geld stammt. Es wird daher empfohlen, der Steuererklärung eine Aufstellung über Casino-Gewinne beizufügen und je nach Wohnsitz des Spielers die fälligen Steuern zu entrichten.

Wie sieht es mit Steuern auf Casino-Gewinne in Deutschland aus?

Nachdem in Deutschland der vor einigen Jahren verabschiedete Glückspielstaatsvertrag gescheitert ist, gilt de facto EU-Recht. Das Spielen im Online-Casino ist legal, solange das Online-Casino eine gültige Lizenz aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union besitzt. Gewinne die in einem Online-Casino erzielt werden, sind steuerfrei, solange es sich um Glücksspiel und nur um gelegentliches Spiel handelt.

Wer jedoch seinen Lebensunterhalt überwiegend oder ausschließlich mit Glücksspiel verdient, unterliegt der Steuerpflicht und muss auf die Gewinne Einkommenssteuer entrichten.

Bei einem einmaligen, größeren Gewinn, der das normale Arbeitseinkommen übersteigt, kann die Frage durchaus strittig werden. Die in Deutschland zu entrichtenden Steuern können jedoch mit den Steuern in dem Land, wo die Gewinne erzielt wurden, verrechnet werden (Quellensteuer). Für Gewinne, die in EU-Staaten erzielt wurden (Casino mit EU-Lizenz), gilt die EU-Quellensteuer.

Sonderfall Steuern bei Sportwetten in Deutschland

Im Bereich Sportwetten gilt jedoch eine andere Praxis. Viele Online-Casinos bieten neben den klassischen Casino-Spielen mittlerweile auch Sportwetten an. Bei Sportwetten wird davon ausgegangen, dass es sich nicht um reines Glücksspiel, sondern auch um ein wenig „Können“ handelt.

Sportwetten unterliegen einer pauschalen Besteuerung mit der Sportwettensteuer in Höhe von 5 % der Einsätze. Unternehmen, die in Deutschland Online-Sportwetten anbieten und bewerben, müssen zumindest für ihre deutschen Spieler die Sportwettensteuer abführen. In der Praxis ist davon auszugehen, dass alle seriösen Anbieter dies für ihre Kunden in Deutschland auch tun. Für den Kunden ist dies jedoch nicht immer transparent nachvollziehbar.

Einige Anbieter führen für den Kunden klar ersichtlich auf, welcher Teil des Einsatzes als Sportwettensteuer abgeführt wird, andere verzichten darauf, dies darzustellen und suggerieren damit, dass keine Sportwettensteuer berechnet wird. Im Normalfall wird dies jedoch über eine entsprechend niedrigere Wettquote reguliert und eingepreist.

Casino Steuern in der Schweiz – Ausblick für Online-Casinospiele in der Schweiz

Für die Zukunft zeichnet sich in der Schweiz folgende Entwicklung beim Online Glücksspiel und damit auch bei der Besteuerung ab. Zum einen sollen bereits konzessionierte Spielbanken sich auch um eine Online-Konzession bemühen und Glücksspiele Online anbieten dürfen. Zum anderen sollen Online-Casinos aus dem Ausland im Internet gesperrt werden.

Die Netzsperren für ausländische Online-Casinos sind jedoch höchst umstritten, da es sich de facto um eine Internet-Zensur handelt, wie die Kritiker der geplanten Maßnahmen anführen.

Einige Schweizer Politiker führen sogar an, dass die Vorhaben an Praktiken in China oder Nordkorea erinnern und behaupten, dass dies der Einstieg sein könnte, auch andere Lobbyverbände, wie das Taxi- oder Hotelgewerbe anzuspornen, die Seiten von Uber oder Airbnb in der Schweiz sperren zu lassen. Außerdem seien die Netzsperren mit einfachen Mitteln zu umgehen und daher nicht effektiv.

Die Befürworter dagegen führen an, dass damit nur die nicht-konzessionierten Casinos vom Online-Angebot ausgeschlossen werden sollen und in der Zukunft Online-Glücksspiel möglich sein wird. Sie begründen dies damit, dass somit dem Abfluss von Steuereinnahmen, der dadurch entsteht, dass Schweizer in Online-Casinos spielen, die keine Abgaben in der Schweiz zahlen, begegnet werden soll.

Ob sich auch ausländische Online-Casinos um eine Konzession in der Schweiz bewerben und somit ihre Spiele legal in der Schweiz anbieten dürfen, bleibt bislang unbeantwortet. Aufgrund der hohen Abgabenlast dürfte diesbezüglich eher eine geringe Nachfrage bestehen.

Sonderstatus für kleine Pokerturniere

Pokerturniere, bei denen nur um kleine Einsätze gespielt wird und bei denen nur eine beschränkte Anzahl von Spielern teilnimmt, sollen nach den neuen Gesetzentwürfen einen Sonderstatus erhalten und auch legal im Internet angeboten werden dürfen. Der Bundesrat plant, die Höhe der Einsätze und die Anzahl der Spieler für ein legales Online-Angebot vorzugeben. Damit wird einerseits dem Wunsch vieler Schweizer ihren Spieltrieb legal auszuleben stattgegeben und andererseits verhindert, dass sich Spieler aufgrund von Spielsucht um Hab und gut bringen, so die regierenden Politiker.

Muss man online Gewinne versteuern?

Die Antwort dazu ist klar – Nein, man muss keine Gewinne aus dem Casino versteuern, weder online noch in der Spielbank.

Einkommensteuer Frei – Vermögensteuer wird nicht eingehoben

Die Vermögensteuer fällt daher nicht an, da diese in Deutschland ganz allgemein nicht mehr eingehoben wird, also fällt das schon einmal flach. Bei der Einkommensteuer muss ein regelmässiges Einkommen vorliegen, laut Rechtsprechung in praktisch allen europäischen Staaten, gilt Glückspiel nicht als Einkommen. Deshalb kann keine Einkommenssteuer eingehoben werden. Sie sehen also – ein online Casino ist steuerfrei.

Das gilt auch für Gewinne aus Lotterien und allen anderen Formen von Glückspiel, das nur zur Info.

Im Poker Bereich ist die Lage übrigens etwas weniger klar, denn hier argumentieren viele ja, dass es sich nicht um Glückspiel handle. Das deutsche Finanzamt ist dieser Argumentation gefolgt und hat bei einigen Spielern Steuern auf die Gewinne eingeklagt. Dies auch mit dem Argument, dass es sich hier um Profi-Spieler handle, die von den Gewinnen leben. Diese argumentieren nun wiederum, dass in diesem Fall auch die Verlust steuerlich absetzbar sein müssten, da man ja nicht nur gewinnt. Ein schwieriges Thema also.

Bei der Frage auf Steuern auf online Casino Gewinne gibt es auch noch einen zweiten Aspekt. Unter welche steuerliche Hochheit fällt das Spiel. Denn Online Glückspiel ist in Deutschland prinzipiell nicht erlaubt, weshalb die Anbieter das Spiel aus anderen EU-Staaten wie Zypern oder Malta anbieten. Die Anbieter sind nicht verpflichtet Ihre Gewinne zu melden. Außerdem gibt es auch in diesen Staaten keine online Casino Gewinn Steuern. Sie dürfen übrigens  in den Casinos dieser Staaten ohne Bedenken online spielen, da hier die Europäische Union klargestellt hat, dass das deutsche Glückspielgesetz gegen Unionsrecht verstoße und dieses kommt in diesem Fal vor dem deutschen Recht.

Das war im Fall Schweden sehr wichtig – denn in Schweden wurde eine Steuer auf Glückspielgewinne eingeführt. Dabei allerdings nur von nichtstaatlichen Casinos die außerhalb von Schweden operierten. Die Europäische Union hat diesen Bestrebungen rigoros einen Riegel vorgeschoben und damit blieben auch in Schweden die Glückspielgewinne steuerfrei.

Ist Spielen im online Casino steuerfrei?

Die Antwort lautet also eindeutig ja. Sie sollten allerdings, wenn Sie vor allem oder  ausschließlich von Glückspielgewinnen (oder, hier noch häufiger, Poker) leben auf jeden Fall mit einem Steuerberater in Verbindung setzen, damit alles ganz korrekt abläuft. Ein langwierige Prüfung ist unangenehm, auch wenn man Recht hat und Recht behält.

ACHTUNG: In der Schweiz gilt diese Aussage nicht, denn hier gehören alle Glückspieleinnahmen zum steuerpflichtigen Einkommen. Wenn Sie diese also nicht deklarieren, dann riskieren Sie eine Busse und Nachzahlung. Allerdings ist diese Regelung nicht durchgängig und das kann zu Verwirrungen führen (Gewinne aus der Spielbank sind nicht steuerpflichtig, Lotto schon) – fragen Sie deshalb bei Ihrem Steuerberater nach, wenn Sie größere Beträge gewonnen haben. Der Bundesrat will diese steuerliche Belastung übrigens abschaffen, zu hoffen wäre es.

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