200 Millionen Dollar schwer und weiter arbeiten

Veröffentlichen: 16.03.2016

Am vergangenen Mittwoch wurde in den USA bei der Powerball-Lotterie der größte Jackpot der Lotterie-Geschichte ausgespielt. Fast 1,6 Milliarden Dollar befanden sich im Topf, der nach einer langen Durststrecke geknackt wurde. Drei Spieler hatten die richtigen Zahlen getippt und sich damit einen Anteil gesichert. Die Sieger kamen aus Florida, Kalifornien und Tennessee.  Sie alle haben das Anrecht auf 528,8 Millionen Dollar über einen Zeitraum von 29 Jahren, oder über 327,8 Millionen Dollar sofort.

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Wenn in Deutschland, Österreich oder der Schweiz Jackpots geknackt werden, erfahren wir wenig über die Sieger. Im anglo-amerikanischen Raum ist das ganz anders. So können wir auch bereits die ersten Sieger vorstellen: Familie John und Lisa Robinson aus Tennessee.

Auf das Drängen seiner Frau hin, habe er kurz vor der Verlosung ein paar Lotto-Scheine gekauft, schildert John Robinson den entscheidenden Augenblick. Dann sei er nach Hause gefahren und habe sich hingelegt, da er sich nicht wohl gefühlt habe. Als die Zahlen gezogen wurden habe ihn dann seine Frau geweckt, die schreiend durch das Treppenhaus lief. Die Robinsons bewiesen Nerven. In einer TV-Show präsentierten sie in New York den Gewinn-Schein und das noch ehe er bei der lokalen Lotterie-Gesellschaft in Nashville, Tennessee, eingelöst wurde.

Staat schneidet kräftig mit

Die Robinsons entschieden sich für die 327,8 Millionen Dollar sofort, denn „man weiß nie, ob man morgen noch da ist“, so Robinson. Alternativ hätten Sie fast 200 Millionen mehr bekommen, allerdings über fast 30 Jahre verteilt. In den USA schneidet auch der Staat nochmals kräftig mit. Denn nicht nur der Lotterie-Betreiber, sondern auch der Gewinner wird besteuert – so bleiben den Robinsons nur „mickrige“ 200 Millionen Dollar vom Gewinn.

Nun fragt man sich natürlich, was mit dem neuen Reichtum geschehen soll. Laut Angaben des Ehepaars gar nicht viel. Am Montag würden beide wieder arbeiten gehen – er in einem Vertriebszentrum und sie als Arthelferin. Ohne Arbeit würde man es nicht lange aushalten, meinte Robinson in einem Interview.

Kirche und Uni

Bisher gibt es auch noch keine großen Pläne für das Geldausgeben – eines steht aber fest. Das Studentendarlehen der Tochter wird getilgt und auch die lokale Kirche wird mit einem Anteil bedacht werden. Außerdem erhalte die Tochter auch ein eigenes Pferd, das sei ein lange gehegter Wunsch.

Neues Haus wolle man keines kaufen, der bescheidene Bungalow reicht der Familie völlig aus, heißt es. Ein größeres Haus müsse ja auch geputzt werden, so die Familie.

Es scheint als ob die Größe des Gewinns noch nicht ganz durchgesickert ist – denn Reinigungspersonal zu bezahlen dürfte wohl kein Problem mehr sein. Auch eine Investition in Alarmanlagen wird wohl anstehen. Man darf gespannt sein, wie die Robinsons in mehreren Monaten leben – und die amerikanischen Medien werden uns das sicher auch liefern.