bwin Party Verkauf ist abgewickelt

Veröffentlichen: 16.03.2016

Bereits mehrfach haben wir vom geplanten Verkauf von bwin.party – einem der größten Glücksspielunternehmen an einen Konkurrenten berichtet. Bereits im vergangenen Herbst wurde ein Angebot der kleineren GVC Gruppe angenommen, zu der unter anderem der Casino Club gehört. Aber das Mutterunternehmen des 888 Casino, die 888 Holding versuchte bis zuletzt selber zum Zug zu kommen. Aber trotz einem, rein finanziell betrachtet, höheren Angebot, entschied sich das Management von bwin.party das Unternehmen an die GVC Holding zu verkaufen, da man an der Beteiligung, die man im Tausch erhält, interessiert war.

Mittlerweile ist der Kauf nun endgültig abgewickelt und auch genehmigt. Börsianer werden diese Woche beispielsweise entdecken, dass man an der Wiener und Londoner Börse nicht mehr bwin.party Aktien handeln kann, sondern, dass in Wien stattdessen GVC am Markt auftaucht. In London waren ja bereits bisher beide Unternehmen am Markt, bwin.party wird dort verschwinden.

Mittlerweile ist der Verkauf auch auf der Homepage der GVC Holding abgebildet: dort bildeten früher Casino Club und Sportingbet die wichtigsten Marken, jetzt sind auch im Internet-Auftritt bwin und party poker prominent platziert und haben Casino Club nach hinten gedrängt. Was das Ganze für die Spieler bedeutet, ist unklar. In der Regel verändern sich durch die Merger nur wenige Dinge. Andererseits zeigt etwa Pokerstars und Fulltilt Poker, die seit wenigen Jahren dem selben Unternehmen gehören, dass das auch drastische Veränderungen bringen kann. Denn vergangene Woche wurde bekannt gegeben, dass die beiden Pokerräume verschmolzen werden – auch wenn zumindest aktuell noch beide Marken geführt werden.

Apropos Poker – Brancheninsider vermuten, dass GVC Party Poker und auch bwin poker schon bald an Pokerstars-Besitzer Amaya Gaming verkaufen könnten: denn dieser Geschäftsbereich entwickelt sich aktuell wenig zufriedenstellend und es könnte sein, dass man hier Einsparungen vornimmt, um sich voll auf das Casino und Sportwettengeschäft zu konzentrieren.

Zwerg schluckt Riesen

Der Verkauf ist übrigens für etwa 1,4 Milliarden Euro zustande gekommen. Wenn man bedenkt, dass Finanzexperten GVC vor der Übernahme auf etwa 270 Millionen Euro und bwin.party auf über eine Milliarde Wert geschätzt haben, hat hier ganz klar der David den Goliath übernommen. Allerdings war GVC in Sachen Internetauftritt zuletzt weit besser aufgestellt und in dieser Hinsicht ist bwin ins Hintertreffen geraten. Wahrscheinlich auch ein Grund für den Verkauf. Immerhin erhalten die bisherigen bwin.party Eigentümer ja große Anteile am neuen Unternehmen.