bwin.party wird von 888 geschluckt

Veröffentlichen: 23.03.2016

Mit einer riesigen Fusion schaffte es die Welt des Online Glücksspiels Ende vergangener Woche auf die Titelseiten der Wirtschaftszeitungen. Bwin.party – das österreichisch-britische Glücksspielunternehmen dass hinter Marken wie bwin, party casino und party poker, sowie etwa auch dem SCasino steht, wurde nämlich von der 888 Holdings übernohmen, welche das 888 Casino und weitere 888 Marken betreibt.

888holding

Vorangegangen war ein langer Bieterstreit – neben der 888 Holding war nämlich auch die GVC Holding (Sportingbet, Casino Club etc.) an einer Übernahme interessiert gewesen. Diese legte am Ende sogar das höhere Angebot (908 Millionen Pfund), aber die Verantwortlichen bei bwin.party waren wohl überzeugt, dass sich das Gesamtpaket der 888 Holdings als das bessere Geschäft entpuppen würde.

Der Deal im Detail

Die Aktionäre von bwin.party erhalten 104,9 Pence je Aktie – dieser Wert setzt sich aus 39,45 Pence in bar sowie je einer 0,404 888-Aktie je bwin.party Aktie. Sobald der bwin Deal durch ist, werden aus diesem Grund die bwin.party Aktionäre 48,9 Prozent an der 888 Holding halten (und zudem an die 400 Millionen Euro in bar kassiert haben). Im vorliegenden Fall hat ein weit kleineres Unternehmen (888 war vor dem Deal etwa 570 Millionen Pfund Wert, bwin.party an die 850 Millionen) einen größeren Konkurrenten geschluckt. Die Börsen honorierten den Deal jedenfalls: nach Bekanntgabe stieg der Wert der 888-Aktie um über 8 Prozent auf den höchsten Stand nach fünf Monaten.

Was bringt der Deal?

Der fusionierte Konzern soll künftig mehr Produkte anbieten und gleichzeitig Kosten sparen. Die Glücksspielbranche leidet aktuell unter sinkenden Margen, weil die steuerlichen Belastungen und auch die Auflagen ständig zunehmen. So sank der Umsatz von bwin zuletzt um 6 Prozent – auch ein Grund für den Verkauf. Gemeinsam hofft man Synergien zu nutzen und so die Gewinnmarge wieder zu erhöhen.

Was bringt der Deal für die Spieler?

Für die Kunden der einzelnen Casinos dürfte sich auf den ersten Blick wenig ändern. Bereits jetzt fahren beide Konzerne eine Strategie mit vielen einzelnen Marken, das soll so auch beibehalten werden. Bei Zahlungen, dem Kundendienst etc. werden sich aber ev. bald erste Änderungen zeigen, denn hier kann man Synergien nutzen. Auch im Produktangebot darf man gespannt sein, wie eng die Zusammenarbeit der einzelnen Unternehmensgruppen in Zukunft gestaltet wird. Prinzipiell ist es für die Spieler immer besser, wenn es den online Casinos bei denen man spielt finanziell gut geht – dann sind auch die Kundengelder sicher: dafür sorgen im vorliegenden Fall natürlich auch die strengen Auflagen der Londoner Börse.

Alte bwin oder sogar noch Bet and Win Kunden erinnern sich vielleicht an die Fusion mit Party Poker, die für bwin Spieler lange wenig Änderungen brachte: lediglich im Poker-Bereich wurde hier dann am Ende doch noch recht kräftig umgerührt.