Novomatic übernimmt die Casinos Austria nicht

Veröffentlichen: 15.09.2016

Knalleffekt in Österreich. Der Spielautomaten-Betreiber, Glücksspiel- und Casino-Anbieter sowie Novoline Mutterkonzern darf die teilstaatlichen Casinos Austrias nicht übernehmen. Zu diesem Urteil kamen die Wettbewerbshüter des österreichischen Kartellgerichts. Begründung: das hätte den Wettbewerb in Österreich eingeschränkt. Vorangegangen waren monatelange Verhandlungen des Glücksspielkonzerns mit der Behörde, die aber nicht gefruchtet haben. Novomatic, das gemeinsam mit einem tschechischen Konsortium die Mehrheit der Casinos Austria übernehmen wollten, behält sich Rechtsmittel vor. Novomatic hält aber weiter 40 Prozent des ehemaligen staatlichen Monopolisten, die tschechischen Partner weitere 11 Prozent.

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LOS GEHT'S

Das Urteil des Kartellgerichts fußt auf mehreren strittigen Fragen. So hätten Casinos in Tschechien geschlossen werden müssen und die Video Lottery Terminals der Casinos Austrias eingeschränkt werden. Letztere sind im Endeffekt Geldspielautomaten – die aber mit der staatlichen Lotterie-Lizenz betrieben werden, während Novomatic in den Bundesländern eine Glücksspiellizenz besitzt.

Novoline gibt sich ob des Urteils erstaunt: immerhin gehe es hier nicht um eine normale Wettbewerbs- sondern eine gesetzliche Monopol-Situation. Deshalb seien die Auflagen ohnehin stark gesetzlich reglementiert und eingeschränkt. Novomatic gibt an, dass durch das Urteil der Republik Österreich Steuermehreinnahmen entgehen würden. Außerdem werde man zukünftige Investitionen in Österreich evaluieren. Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sind für Novomatic bereits jetzt wesentlich wichtigere Märkte und auch in den USA hat man Fuß gefasst.

Das Kartellgericht hat die Kritik von Novomatic umgehend zurückgewiesen. Das Unternehmen sei auf keine Vorschläge eingestiegen und habe sich kaum bewegt, hieß es. In mehreren Märkten hätte sich durch die Übernahme ein Monopol gebildet.

 Wie geht es weiter?

In den nächsten Wochen kann Novomatic berufen. Sollte das nicht erfolgen, wird man wohl die Anteile behalten, kann aber das Stimmrecht dann nicht voll ausüben. Einen Verkauf halten Experten dennoch für unwahrscheinlich, weil Novomatic und seine tschechischen Partner komplizierte Verträge eingegangen sind, die das erschweren. Es bleibt also spannend im Kampf um die österreichischen Spielbanken. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich Novomatic mittlerweile auch 24 Prozent der Lotterien (dem wichtigsten Tochterkonzern der Casinos Austria) eingekauft hat.

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