Westspiel Casinos in Krise – Merkur Mutter interessiert

Veröffentlichen: 18.04.2016

Merkur und seine Mutter Gauselmann und Novoline mit der Mutter Novomatic sind im deutschsprachigen Raum große Konkurrenten am Glücksspielmarkt. Das gilt sowohl on- wie auch offline. Dabei gibt es zwischen beiden Unternehmen frappierende Ähnlichkeiten und viele parallele Entwicklungen. Eine weitere könnte jetzt dazu kommen.

Wie wir ja bereits berichtet haben, ist Novoline dabei den staatlichen Glücksspielmonopolisten die Casinos Austria zu übernehmen. Damit würden dutzende Spielbanken zusätzlich zu den anderen Angeboten des Glücksspielkonzerns zu Novomatic wandern.

Ein ähnlicher Coup könnte jetzt auch der Gauselmann Gruppe gelingen. Denn der Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen Garrelt Duin bereitet laut Medienberichten die Privatisierung der landeseigenen Westspiel-Gruppe vor. Das Unternehmen schreibt schon länger rote Zahlen. Seit 2010 fielen die Umsätze von etwa 90 Millionen auf 70 Millionen Euro.

Damit fiel auch die Glücksspielabgabe, also die Einnahmen des Landes, auf zuletzt etwa 28 Millionen. Als Gründe dafür wird die Konkurrents aus dem Internet (also wahrscheinlich gerade auch Merkur) und das Tabak-Verbot in den Spielbanken genannt. Vier Spielbanken in Duisburg, Aachen, Dortmund-Hohensyburg und Bad Oeynhausen würden dabei den Besitzer wechseln.

Gauselmann ist jedenfalls interessiert. Immerhin sitzt man selber in Ostwestfalen und betreibt Europaweit an die 500 Spielotheken. Die vier Spielbanken könnten da als „Sahnehäubchen“ dienen und würden natürlich auch das Prestige im Heimmarkt stark erhöhen.

Politisch ist das Ganze brisant. Denn wirtschaftlich macht es natürlich Sinn statt ständig fallender sinkender jährlichen Beiträgen, einen großen Batzen bei einem direkten Verkauf zu kassieren. Es würde auch das Risiko sinken. Aber andererseits argumentierte das Land jahrzehntelang, dass man in NRW Casinos betreibe, um die Bürger vor der Spielsucht zu schützen. Ein Argument das man selber unterhöhlen würde.

Es wären nicht die ersten Spielbanken die die Gauselmann Gruppe erwerben würde. In Sachsen Anhalt betreibt die Gruppe zwei Casinos und in Berlin ist man zumindest Minderheitseigentümer. Die vier Spielbanken in NRW würden sich aber sicherlich gut in der Firmenstruktur machen.